Microsoft entwickelt Spionage-Tools für Ermittler
Als ich heute bei Gulli.com diese Nachricht las, konnte ich kaum fassen, dass es dazu kam, dass eine kommerzielle Organisation wie Microsoft, selbst Hintertürchen in eigener Software einbaut und dabei noch Programme zum Knacken des Systems anbietet. Man behauptet zwar, dass diese Spionage-Software nur für die staatlichen Ermittler vorgesehen ist, ich bin mir aber 100% sicher, dass man nicht länger als ein paar Monate warten muss, damit diese Software in falsche Hände gerät. Sie wird sowohl über Tauschbörsen, als auch über einschlägige Untergrundseiten kostenlos verteilt, an jedermann. Und ich sehe zurzeit keine Möglichkeit, wie man das Problem umgeht, außer man verschlüsselt die ganze Festplatte mit TrueCrypt.
Ich probierte übrigens das Tool schon mal aus, indem ich meine Festplatte komplett verschlüsselte. Dabei wählte ich, wie es mir empfohlen wurde, ein langes Passwort, über 20 Zeichen, mit Sonderzeichen, kleinen und großen Buchstaben und Ziffern. Natürlich speicherte ich das Passwort nirgendwo und erstellte die Rescue-Disk nur als ein Image. Es macht ja wenig Sinn, solche Sachen zu bewahren, denn damit kann man die Festplatte entschlüsseln und das sogar noch komfortabler, als mit einem Passwort. Nicht dass ich was besonderes zu verbergen habe, ich bin einfach ein Technik-Freak und das gehört halt dazu.
Naja, nach ein paar Tagen vergaß ich mein Passwort…
Eigentlich dachte ich mir, ich habe keine andere Wahl, als die Festplatte zu formatieren und auf meine Fotos (wertvollste, was ich auf der Festplatte speichere), die ich etwa seit einem Jahr nirgendwo, außer HDD speicherte, verzichten. Ich entschied mich aber vorerst mit der Formatierung abzuwarten, was auch eine Kluge Entscheidung war, da nach ein paar Wochen konnte ich an das richtige Passwort doch erinnern. Ich merkte mir eine Eselsbrücke, damit ich das Passwort nicht vergesse, vergaß aber die Reihenfolge von großen und kleinen Buchstaben.
Gestern, als ich obige Nachricht las, war bei mir der Wunsch groß, die Festplatte meines Notebooks zu verschlüsseln, diesmal entschied ich mich noch abzuwarten und zuerst Backup der Daten zu erstellen, bevor ich mich auf dieses Abenteuer einlasse.
Die andere Möglichkeit, dieses Sicherheitsproblem zu umgehen ist noch radikaler, nämlich, man soll auf Linux umsteigen. Diese Entscheidung ist für manche Leute noch schwieriger zu treffen, da die Kenntnisse einfach nicht da sind und es kommt noch öfters vor, dass man an bestimmte Software gebunden ist. Das gilt wie für Unternehmen, als auch für Einzelbenutzer. Das Projekt WINE macht zwar schon große Fortschritte, es wird aber für die Entwickler sehr schwer sein, das Projekt immer am aktuellsten stand halten. Als Beispiel kann ich Photoshop nehmen. Ich habe eine Studentenlizenz für Photoshop CS3 erworben, WINE unterstützt allerdings erst die Vorgänger-Version von Photoshop – CS2. Die einzelne Plug-Ins, die ich mit Photoshop einsetze, kann ich auch vergessen.
Der Schluss lautet – Microsoft hat ein richtiges Problem geschaffen, sowohl für Kunden, als auch für das eigene Image. Die saubere Lösung ist aber nicht zu erwarten.
